Lyrik2000Inferno Pervers

Er

 

Dotzehotze




Rasiert und ohne nichts stand er da. Verlassen und einsam zugleich suchte
er den Horizont nach der Lösung ab. Wie war er bloß da hineingerutscht,
fragt sich da jemand anders, welcher mit der Geschichte überhaupt nichts
zu tun hatte. "Es war keine gute Idee, den Perlacher Forst abzuholzen",
fällt ihm da jemand ins Wort. Er, war immer noch allein. Sein Ego trieb
ihn gen Westen. "Ich mach dich fertig, Ich bring«s und sag Dir was Sache
ist", rief eine vorbeifliegende Schwalbe, bevor sie sich in der
Hochspannungsleitung verfing. 3 Meter neben ihm detonierte eine
Knallerbse. Er bemerkte es nicht einmal. Seine Gedanken waren woanders,
als man es vermutet hätte. Lügen und Intrigen hatten ihn in eine andere
Bewußtseinsebene befördert. Es war herbe Enttäuschung, als seine Frau ihm
nach 35 jähriger Ehe eingestand, daß sie einmal auf einer Erdbeerplantage
in Niederbayern ausgeholfen hatte. Er hatte es nicht gemerkt. Wieder
überkam ihn dieses Gefühl. Er hatte keine Gefühle mehr. Sein Inneres war
nach außen gekehrt und wollte wieder rein. Er nahm seine rechte Hand und
wollte sie wegschmeissen. Es ging nicht. Er versuchte sich von seinem
linken Fuß zu verabschieden. Es ging nicht. Er gab auf. Sein Körper hatte
ihn besiegt und war nun der Gewinner. Es war ihm egal. "Ist mir egal",
sagte da ein vorbeifliegender Nasenbär und knallte gegen eine Betonmauer,
die da stand. Er wollte mit alldem nichts mehr zu tun haben und fing an zu
sägen.
   

 
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