Lyrik2000Baumwollbürsten für den Duce

Abenteuer eines Betons

 

Etzenhammer




Ein Pferd und eine Mischmaschine machten sich auf den Weg in die
nächstgelegene Hubertus-Tanne. Natürlich wußte keiner der drei so genau,
wo das lag, also fragten sie einen umherschwirrenden Kunst-Pflock aus
Metall, der gerade im Begriff war.

"Wo?" lautete die Antwort. Um so überraschender da schon die Frage: "Na,
da hinten, so Westend-Ramersdorf-Lehel, so Harras-Zentrum-Perlach, so die
Ecke."
Schon besser, mit so einer Information konnte man schon was anfangen, z.B.
Huhnsuppe mit Reis oder Magneten. Der Weg führte die vier zu einer Bande
von Stock-Diesel-Motoren, die sich sehr auffällig benahmen und
dementsprechend auch verhielten. Die Mischmaschine wandte das Wort an den
offensichtlichen Bandenführer (dieser hatte sich ein Schachbrett auf seine
Stirn genäht): "Warum nicht Fußball?", doch keine Reaktion motorigerseits.
Statt dessen: sinnloses Auf-und Abgehüpfe, Schmalz-Verherrlichung und
solcherlei. Dabei war der Grund doch offensichtlich: Die drei waren
Engländer!
Um die Situation nicht eskalieren zu lassen, ließen die Protagonisten fünf
gerade sein und entschieden sich für den Rückzug. Eine kluge Wahl! Aber
sie zogen sich nicht zurück, sondern entschieden sich wie gesagt für den
Rückzug, nicht aber ohne sich vorher von der Echtheit der Tatwaffe zu
überzeugen. Puh! Gott sei Dank! Der Parmesan-Wurlitzer war echt!

Na, das ging noch mal bestens, allerdings ohne Senf. Es lag ein langer Weg
vor ihnen und das Pferd vertrieb sich die Zeit mit Trompeten-Small-Talk
und intimen Analgeräuschen eines Persers. Ganz generell war das Pferd
symptomatisch für die Zeit nach Adenauer, sogar Tapeten konnten seine
Einstellung zu dem Sein nicht verifizieren. Als z.B. mal ein
KFZ-Mechaniker die Aussenhaut auf Schmutz und Unrat testen wollte, da kam,
und das mag man für nicht möglich halten.

Nichtsdestotrotz setzte sich zur gleichen Zeit Kalium-Metapher-Wahnfried
(seine Freunde nannten ihn freundschaftlich auch "Lipo-Rasier-Existenz")
mit seinen Kollegen in Verbindung, und zwar per Telefon. Einmal nahm er
sogar an einem Wettbewerb zur Umgestaltung des Telekommunikationswesens
teil, aber nach der dritten Runde "Auf-Menschen-ausrutschen" fiel ihm das
Gebiß in eine Torte und versank in einer tiefen Lethargie. Auch Theater
war nicht sein Ding. Er putzte sich zwar regelmäßig sein Sprachzentrum,
was aber später dazu führte, daß er nicht durch die Eingangstür eines
Theaters schreiten konnte, ohne dabei "Schinkenwurst" zu rufen und wild
gestikulierend von den Mitarbeitern in einen Topf mit Jugendpostillen
getaucht zu werden. Telefonie war sozusagen seine einzige Rettung. Schade
nur, daß belegt war, als er noch nicht abgehoben hatte.

Zu dumm, auch seine Kollegen hatten die Operation nicht gut überstanden.
Übersät mit Schläfenlappen und subdominanten Hemisphären stürmte "Olto
Kaminbanalität" aus dem OP der neurochirugischen Klinik und warf sich vor
einen entgleisenden Grill, doch was änderte das schon an der Situation!
"Dreimal sieben ist Einundzwanzig", das ging ihm ständig im aufgebohrten
Kopf herum, doch als dieser nach 4 Minuten explodierte und die kläglichen
Reste auf dem Grill zu leckeren Steaks gebraten wurden, fragte keiner der
Anwesenden nach Erbschaft oder so.

"Und das ist auch besser so!". Lipo-Rasier-Existenz machte nur wage
Andeutungen bezüglich seines weiteren Vorgehens. Es blieb bei Aussagen
wie: "Thermal gesehen: ja, andersrum: nein.", oder "Ich personifiziere ein
Streck-Dich-Aus-Aggregat!". Nach kurzer Zeit sah er auf die Uhr und wußte
sofort wie spät es war.
   

 
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